Kinderdinge
Die Welt in Kinderhänden
Mit viel mehr von dem, was Kinder so tun. Kinderdinge eben. Ohne Leistung, ohne Ziel, ohne Müssen.
Wie schaukeln. Der kurze Moment, wenn die Schaukel den höchsten Punkt erreicht und der Bauch kribbelt. Dieses Bauchgefühl, dem man viel häufiger Aufmerksamkeit schenken sollte. Der Atemzug zwischen Fallen und Fliegen. Der Kontrollverlust, der sich gar nicht wie einer anfühlt, sondern wie pure Freude.
Oder Höhlen bauen. Höhlen statt Mauern. In denen man automatisch etwas leiser spricht und näher zusammenrückt. „Weißt du, dann gehe ich in meine Höhle, schließe die Augen und gucke in die Phantasie.“ Alles kann man sein und an jeden Ort der Welt reisen, wenn man in die Phantasie guckt. Oder in Bücher.
Seifenblasen pusten. Ihnen nachgucken, wie sie schillernd durch die Luft getragen werden. Und dann zerplatzen. Ganz ohne Drama. Schönheit darf eben vergänglich sein. Bestaunen wir sie, so lange sie da sind.
Sich im Kreis drehen. So lange, bis die Welt tanzt, die Konturen verschwimmen und man den Standpunkt verliert. Um ihn dann wieder zu finden. Mit ganz neuen Perspektiven.
Kettcar fahren. Der Fahrtwind in den Haaren, das Gefühl, selber der Motor zu sein. Etwas zu bewegen und die Richtung zu bestimmen.
Kleine Dinge bemerken.
Mit all diesen Kinderdingen den Kopf entwaffnen und uns weicher machen an Stellen, die hart geworden sind.
